Tom und Stefan siegen beim Asperden Cup 2015

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Für eine kleine Überraschung sorgten unsere Segelflug-Piloten Stefan Willnat und Tom Breuer, die ganz kurzentschlossen mit unserem Arcus beim diesjährigen Asperden Cup im niederrheinischen Goch teilnahmen. Nach vier ganz unterschiedlichen Flugtagen in Folge standen die beiden Rheinermärker ganz oben auf dem Treppchen. An dieser Stelle berichtet Tom über den Wettbewerb.

Noch immer läuft das Wasser aus den Flächen, als Stefan und ich uns aus dem Cockpit des Arcus zwängen. Der letzte Wertungstag ist soeben zu Ende, sofort sehen wir uns den Flug im Bordrechner an: 302 Kilometer in gut 3 Stunden, ein Schnitt von 98 km/h, Wahnsinn! So schnell waren wir beide schon lange nicht mehr unterwegs, aber hat es gereicht? Wie schnell waren die anderen? Noch während wir den Flieger putzen, kommt die Gesamtwertung online: Ganz ungläubig sehen wir unsere Namen ganz oben stehen: wir haben tatsächlich den Asperden Cup 2015 gewonnen. Stefan kann für die nächsten Stunden genauso wenig aufhören über beide Ohren zu grinsen, wie ich.

Ein Segelflugwettbewerb ist wie ein Rennen, nur eben in der Luft. Es gilt von der Rennleitung vorgegebene Wendepunkte möglichst schnell zu umrunden, je nach Wetter legen wir dabei 500 Kilometer und mehr zurück. Meistens sind diese Wendpunkte auffällige Geländemerkmale, zum Beispiel ein Autobahnkreuz, Berggipfel, aber auch Flugplätze und Bahnhöfe großer Städte.

Von normalen Rennen unterscheidet sich ein Segelflugwettbewerb darin, dass wir die Strecke zwischen den Wendepunkten selbst festlegen müssen. Gerade hier kristallisiert sich schnell heraus wer die richtigen Entscheidungen getroffen hat, denn häufig ist der direkte Weg nicht der schnellste. Schwache Aufwinde auf Kurs, hohe Berge, aber auch gesperrte Lufträume von großen Flughäfen und Militärgebieten erfordern eine ständige Anpassung der Flugtaktik. Das verlangt uns Piloten einiges ab, einmal nicht aufgepasst und schon findet man sich in einer unkomfortablen Höhe wieder und muss sprichwörtlich darum Kämpfen oben zu bleiben.

Der zweite Wertungstag ist ein gutes Beispiel dafür: Es war wahnsinnig heiß, wir sind erst um 16:09 Uhr abgeflogen und es ging für uns einfach nicht über 1200 Meter Höhe, so sehr wir uns auch bemühten. Dreimal mussten wir uns aus unter 400 Metern „ausgraben“, als wir dann auf dem Rückweg leider kein viertes Mal den rettenden Aufwind gefunden haben und den Hilfsmotor starten mussten. Nur ein Pilot hat an diesem Tag die Aufgabe geschafft, wir landeten immerhin auf Platz 7. Ganz anders sah es am letzten Tag aus: Eine labile Luftschichtung, wenig Wind und ordentlich Sonneneinstrahlung sorgten für perfektes Segelflugwetter. Wir tankten den Arcus bis zum erlaubten Maximalgewicht von 750kg mit Wasser voll und schossen mit teilweise 200km/h zwischen den Aufwinden durch den Himmel, ein Riesenspaß für Stefan und mich und genau das richtige Wetter für unseren Arcus. Der Schnitt von 98 km/h reichte für Tagesplatz 4 und damit für den Gesamtsieg. Wir waren beide erst etwas ungläubig, waren wir doch mit dem Ziel nicht Letzte zu werden nach Goch gefahren. Doch wir hatten es tatsächlich geschafft mit Spaß, Teamgeist und natürlich dank unserem fleißigen Helfer Jan-Mikael, den Asperden-Cup zu gewinnen. Es war echt eine klasse Erfahrung, auch die Stimmung am Boden und die ganze Organisation waren astrein, jetzt hat mich das Wettbewerbsfieber endgültig gepackt. Nächstes Jahr sind wir bestimmt wieder dabei.